Kunstgeschichte

Fragmented Landscapes in Middle Eastern contemporary Art

Dienstag, 01.12.2020

Schnuppervorlesung im Rahmen der Vorlesung "LandSchaften" von Prof. Dr. Christine Göttler/ Prof. Dr. Peter J. Schneemann: Ausgehend von neueren Untersuchungen zur Landschaft und Natur (Warnke 1992, Cosgrove 2004, Mitchell 2004) beschäftigt sich die Vorlesung mit unterschiedlichen Möglichkeiten künstlerischer Reflexionen über Landschaft, Natur und Ökologie von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Sie bezieht dabei explizit eine Gegenposition zu idealisierenden Auffassungen von Landschaft (vgl. Ritter 1963). Ein zentraler Fokus ist die potentielle Kontamination der Landschaft durch ökonomische Transformationen, menschliche Eingriffe und Katastrophen (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flutkatastrophen, Nuklearkatastrophen), für die man alternativ die Natur oder neue Technologien verantwortlich machte. In der Frühen Neuzeit – der Zeit vor dem Anthropozän – ging die ‚Erfindung‘ der Landschaft in der europäischen Malerei einher mit einer Um- und Neubewertung der Natur, der Entwicklung neuer Technologien zur Gewinnung natürlicher Ressourcen und zur landwirtschaftlichen Nutzung und Urbarmachung wilder, öder und unfruchtbarer Gegenden. Mit der europäischen Expansion wurden ‚extreme‘ und ‚dystopische‘ Landschaften wie die Wüste, die Arktis, der Ozean und der Dschungel Teil der ‚exotischen‘ oder ‚kolonialen‘ Imagination. Mit der zunehmend industrialisierten Gewinnung und Verarbeitung von Metallen (wie Gold und Silber), Mineralien (wie Salz) und anderer Rohstoffe entstanden frühe Bilder einer durch (Zwangs-)Arbeit veränderten Landschaft wie auch die Regenerationsprozesse der Natur mit zunehmenden Skepsis reflektiert wurden. Die in Kunstkammern ausgestellten Handsteine, Erd- und Wasserfossilien verwiesen auf die enge Verflechtung territorialer, geologischer und naturphilosophischer Interessen, während die neu entstehenden Landschaftsgärten die Grenzen zwischen Wildnis und Kultur verschoben. Analog zu ökologischen Katastrophen und dem Klimawandel lassen sich bereits in den 1960er- und 70er-Jahren historische Paradigmen für einen Wandel einer naiven Vorstellung von Landschaft finden. In Robert Smithsons Asphalt Rundown (1969) und Spiral Jetty (1970) allegorisieren künstlerische Eingriffe in Landschaftsformationen in gewisser Weise ‚entropische‘ Transformationsprozess, die aber gleichzeitig eine Kritik an der Verwendung des Begriffs der Entropie erfordern.

Veranstaltungsart:Schnuppervorlesung
Dozierende(r): Prof. Dr. Nadia Radwan
01.12.2020:14:15 - 15:45
Ort: Hauptgebäude
Hochschulstrasse 4
3012 Bern
2. Etage, 201

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